Freitag, 7. Oktober 2011

Biketoberfest... mal wieder mit 2 Rädern

Das ist schon nervig, wenn man seine Zeit und sein Geld für 2 Hobbys teilen muß. Oder ist es doch nur ein Hobby ? Motorsport ?
Irgendwie geht es um dasselbe, dennoch sind diese Welten so verschieden. Es geht um die Leidenschaft für besondere und am liebsten auch um schöne Technik. Es geht um Grenzerfahrungen und diese ewige Suche nach Perfektion. Um Erfolgserlebnisse, Ehrgeiz, aber auch um Kameradschaft.
Die Anzahl Arschlöcher ist meiner Erfahrung nach sowohl bei Motorrad- als auch bei Automobilsportlern gering. Beide Sportarten sind teuer, wobei es im Auto gern mal "etwas" mehr wird.
Warum regt sich aber ein so große Zahl Motorradfahrer darüber auf, wenn ein Veranstalter 15.- EUR teurer ist als ein anderer ? Aber die neue Anti-Hopping Kupplung, die angeblich eine Sekunde bringt, wird mal eben im Vorbeigehen angschraubt. Mal schnell einen neuen Satz Reifen aufziehen, auch wenn der alte erst zur Hälfte runter ist. Vergleichbare Artikel werden rauf und runter gegoogelt und geebayt, nur um den letzten Cent zu sparen. Liebe Mopedtreiber, das macht Euren Sport nicht billig.
Bei den Autofahrern sehe ich teilweise das andere Extrem. Nicht nur daß generell viel Geld ausgegeben wird, ich emfinde es manchmal so, daß der Gegenwert nicht hinterfragt wird. Irgendwie komisch.
Ist nur eine rein subjektive Einschätzung, ohne daß ich sie belegen kann. Wie schon gesagt, viele sehr nette Geizhälse und Lebemänner in diesem Sport.

Nachdem die Auto-Nordschleifenleidenschaft drohte, den Motorradsport zu dominieren, stand also endlich wieder das Biketoberfest an.

http://www.art-motor.de/home/ergebnisse11/biketoberfest/result.html

Nach einer zu langen Sommer-Fahr-Pause ging ich Freitag auf meinen ersten Turn und werde in meiner dritten Runde fast von der Strecke geworfen. Ausgangs von Turn 4 laufe ich auf einen langsamen Fahrer auf, kann aber nicht noch vor der Schikane überholen und reihe mich also hinter ihm ein. aus dem Augenwinkel sehe ich noch, wie einer von rechts hinten angeschossen kommt und mich von innen rammt ! Rumms, fast schmeißt es mich auf die Wiese, ich kann aber auf der Strecke bleiben. Keiner Stürzt. Wasn das für ein Idiot, denke ich mir. Ob seine Geste eine Entschuldigung war, kann ich ausgangs der Schikane auf der Gegengeraden nicht so recht deuten, da ich mich auf mein Motorrad konzentriere. Hoffentlich ist nichts großes kaputt. Ich fahre also raus und überprüfe das Motorrad:

  
Auspuff zerdellt (war er aber auch schon vorher), Verkleidung rechts eingerissen (grmpff), Fußraste verbogen (naja). Der Delinquent hat sich übrigens nicht mehr gezeigt, er fuhr ne gelbe 900 ss. Naja, egal.

Es gab auch was lustiges im Rahmenprogramm: Der Cafe Racer Sprint über die Achtelmeile. Das Reglement: Luftgekühlter Motor, Stummellenker und keine Verkleidung.
Daher konnte ich ja mal Dolores wieder nach Oschersleben bringen, meine etwas patinierte aber wunderbare Alltags- und Reisemonster.

   
Damit rechnete ich mir realistisch Chancen auf einen Sieg aus. Starten kann ich ganz gut, das Motorrad ist leicht, warum also nicht ?
Das ganze war ein wenig eine Ersatzmotivation für mich, da ich bei Rennfahren gerade einen leichten Durchhänger hab. Die Konkurrenz in der Supertwins-Klasse ist deutlich stärker geworden, gleichwohl bin ich derzeit körperlich (+6 kg) und mental weniger gut und motiviert als letztes Jahr. Macht 2-3 Sekunden, die ich schlechter wurde, wobei andere eher 1-2 Sekunden besser wurden. Top-Ten Platzierungen strebe ich nächstes Jahr wieder an. Zusammen mit der Diät.

Also suche ich mein Glück im Cafe-Racer Sprint. Hatte ich erwähnt, wie perfekt das Wetter war ?
Samstag abend ein Probedurchlauf ohne Wertung. Ich fahre gegen eine alte Triumph, glaube ich. Als der Flaggenmann die Fahne runterreißt, komme ich ganz ordentlich weg, der Mann neben mir hatte aber einen perfekten Start. Das hat locker 5 Meter gekostet, dank des Leistungsgewichts meiner Dolores und mir konnte ich trotzdem gewinnen. Für den ersten echten Ausscheidungslauf am Sonntag vormittag sollte cih also auf der Hut sein, denn mein Gegner war auf einer ca. 100 PS starken Dynotec Guzzi unterwegs. Nichts also mit Überlegenheit. Dann der Lauf, ich komme nahezu perfekt aus den Startlöchern und fahr dem Guzzi Treiber davon... erstmal. Denn als ich den dritten Gang einlegen will, geht er nicht rein ! Nochmal mit der Stiefelspitze reingehauen, nochmal, erst nach dem dritten kräftigen Tritt geht der dritte rein. Ich verlier im Ziel ca. 3 Meter und bin gleich am Anfang ausgeschieden. Ich kann im Nachhinein nicht sagen, warum die Schaltung gehakt hat. Ich kann aber die Freunde des Dragstersports ganz gut verstehen, die sich bei langer Vorbereitung auf nur wenige Sekunden fokussieren müssen, in denen es um alles geht. Ich kann nachträglich eigentlich nur erkennen, daß der Fehler bei mir gewesen sein muß. Das Getriebe hat noch nioe Ärger gemacht, weder davor, noch danach.


Dennoch, den Bordcomputer für die Beschleunigungszeit zu aktivieren, habe ich nicht vergessen. Nicht schlecht, oder ? Übrigens, dieser Bordcomputer kann natürlich erst die Zeit stoppen, sobald der Radsensor das erste Mal am Reed-Kontakt vorbeikommt.
Rocker Nick mit seiner XJ konnte wenigstens die Hamburger Ehre retten und gewann den Spaß:



Hier noch Bilder vom Teamfotografen, wie immer gibts mehr unter http://www.teamfotograf.de/





Was gibts noch zu berichten ?
Ich hab meinen Freund Sascha mit dabei gehabt, der nach seiner schweren Krankheit wieder sehr stetig ins Leben zurückfindet. Auch für mich war das wichtig, da ich das letzte Jahr mit ihm zusammen fast alle Rennen gefahren bin und er für mich immer einen großen Teil zu einem gelungenen Wochenende beigetragen hatte. Ein Stück weit deswegen war ich in diesem Jahr deutlich weniger motiviert als letztes. Dieses Mal saßen wir wieder gemeinsam auf der Hotelterasse, oder im Restaurant. Wir lauschten Rüdiger Kämnas alten Geschichten und tranken Grauburgunder zum "Salatteller Racing" .

Nochmal Dolores und LaMonica:

   
Also, ciao ! Nächsten Montag auf eine letzte Fahrt zur Nordschleife, diesmal wieder mit hoRSt.

Donnerstag, 18. August 2011

Auf einen Quickie zum OGP

Fahr ich dieses Jahr hin, fahr ich nicht ? Fahr ich ? oder nicht ?
Schön wenn man plötzlich einen Vorwand findet es doch zu tun. Dann gings ganz plötzlich. Mittwoch abend zu Harald Jülicher... kurzes Getriebe und harte Stabis montieren. Donnerstag ein Geschäftsmeeting in Wiesbaden (liegt ja aufm Weg). Freitag ist der Wagen fertig, ab zum Ring, spontan noch eine Dachkammer im Haus Veronika bekommen und Samstag dann Frühstück, OGP, Nordschleife, Lunch und dann wieder nach Haus.
Soviel im Schnelldurchlauf. Jetzt kurz zurückgespult bis Freitag nachmittag... Mist, das Getriebe mußte nochmal raus, ich konnte also erst um 17:30 aufbrechen.
Erste Probefahrt mit dem kurzen Getriebe. Ich muß sagen: Wie erwartet, ein kleiner Quantensprung, was das Temperament angeht. Dank der harten Stabis wabbelt auch die Front nicht mehr so stark. Ein neues Auto !

Leider kam ich erst um 19:00 Uhr am Ring an, das Marathonrennen konnte ich also nicht mehr sehen. Also ab ins Dorf und im Lindenhof ein Schnitzel essen und mit den Jungs Unsinn reden.

Samstag: O. G. P.


Ein kurzer Blick von der T13 Tribühne.

Dann mal ins Fahrerlager:

Ladies & Gentlemen: The New Kobold ! Oder Kobold Reloaded ? The Kobold strikes back ? Auf jeden Fall zu lange war der Kobod krank, jetzt läuft er wieder Gottseidank.




 Ein Träumchen






ist Zigarettenwerbung eigentlich noch erlaubt ???

911er Heckansichten, von hart bis zart



700 Nm.. aber nicht an der Kurbelwelle, oder ??

aber der hier vielleicht

Stratos, ...my Love

Zur Abwechslung mal was aus der guten alten Formel 1 Zeit, wo Motorsport noch gefährlich und Sex noch sicher war:

Brabham...glaube ich


Lotus



Dingdong, es ist 11:00 Uhr. Wird Zeit den hoRSt auf die Nordschleife zu dirigieren und einen kleinen Test von Getriebe und Stabis zu machen. Außerdem mal sehen, ob Harrys Laptimer Pro wirklich so simpel funktioniert.


Wenn ich jetzt noch die Bedienung vernünftig erlerne, glaube ich daß diese Killer-App vom Preis-Leitsungs-Verhältnis nicht zu toppen ist. Leider konnte ich keine ganze Runde aufzeichnen, weil ich wie gesagt noch nicht ganz alle Einstellungen begriffen habe, aber die laufende Rundenzeit konnte ich am Anfang Döttinger Höhe trotzdem ablesen: ca. 8:25 BTG. Auf dieser Runde mußte ich aber an einer Unfallstelle in der Mutkurve drastisch herunterbremsen und am Wehrseifen das gleiche, da verliert man aber weniger.

Fahrgefühl ? Deutlich besser als vorher, Kurvenausgangs ist im dritten Gang endlich ausreichend Leistung da, das Rollen ist ebenfalls deutlich verringert. Ich hab so ein wenig den Eindruck daß die Untersteuerneigung zugenommen hat, aber letztlich habe ich auf Anhieb ca. 10 Sekunden auf der Nordschleife rausgeholt.

hier ein Actionfoto der hoRSts, geschossen an einem anderen Tag von Simon Richter. Mehr Bilder dieser Art gibts bei http://www.simonrichter.com/

ist er nicht schön ?

der kleine hoRSt (heute wassergekühlt)
Nach vier Runden, die gerade mal gereicht haben, den Luftdruck vernünftig einzustellen gabs leider mal wieder einen schweren Unfall mit einem Motorradfahrer und daher eine längere Vollsperrung der Nordschleife. Attack und Optimize waren also nicht mehr drin, macht ja nichts, in Nürburg gabs noch ne Pommes am Pommesstand in der Nähe von T13, NICHT auf dem Gelände. Also nix mit Fucking-Ring-Card, oder auch Shitcard, wie sie gerne genannt wird.

Aber für nur einen halben Tag am Ring hab ich doch einiges erlebt, oder ?

Also ab nach Haus.
ciao Arne

Dienstag, 9. August 2011

Schleiz - mitten ins Herz

Für meine heutige Geschichte muß ich etwas ausholen.

Wie manche von Euch wissen, fahre ich sowohl mit dem Auto, als auch mit dem Motorrad Rennen bzw. Renntrainings. Im Jahr 2008 importierte ich mir einen 993 aus den USA und nahm auf mehrfache Empfehlung bei der Scuderia Hanseat, einem Nordschleifen Sektionstraining für Autos teil.
Was bei dieser Begegnung in mir passierte, kann sich bestimmt jeder vorstellen. Wenn man den Drogenbeauftragten glauben schenkt, dann ist die Nordschleife wie Crack - macht sofort süchtig !

Gleichwohl aber wurde mir eine Sache sofort klar. Hier fährst Du nur auf 4 Rädern durch, denk an Deine Gesundheit, an Deine Familie... Auf dem Moped ? Never ever !

Auf dem Moped habe ich ja Oschersleben...perfekte Infrastruktur, eine sichere aber anspruchsvolle Srecke ohne ewig lange Geraden (die Ode an Oschersleben werde ich später bestimmt nochmal singen), aber keine Eschbach, kein Pflanzgarten, kein Schwedenkreuz (um mal meine Lieblingsstellen zu nennen). Mein Rennstreckenrepertoire erstreckt sich ohnehin nicht über zu viele Addressen. Bisher war ich erst in Poznan, Nürburgring GP, Oschersleben, Lausitzring, Hockenheim, Padborg, Heidbergring... ich glaub das wars. Im Vergleich zur Nordschleife also eher zweidimensional.

Dann endlich fahren die Supertwins 2011 auch in Schleiz. Egal wen du fragst, jeder liebt es. Klar mußte ich mich ebenfalls anmelden, obwohl mir doch ein wenig die Muffe ging. Mit dem Knie am Boden über eine blinde Kuppe ??? Direkt auf die Tribüne zu ??  ÄÄÄH, kann ich nochmal zurück ?


Ich habe mir dann eingeredet, daß hier ja immerhin Auslaufzonen sind. Diese Auslaufzonen unterscheiden sich aber etwas von anderen Auslaufzonen. Statt Kies gibts Rapsfeld. Wenn man da stürzt, dann geht das nach dem Motto: Rapsfeld auf, Fahrer rein, Rapsfeld zu. Es sollen auch schon Fahrer dort vergessen worden sein. Es gibt aber auch Rübenfelder, wie z.B. ein Stück weit nach der hier gezeigten Buchhübelkurve. Hier gibt es tiefe Löcher, da bleibt gern mal ein Lenker oder ein Schlüsselbein dran hängen.


So sah und sieht die Strecke auf dem Plan aus:
Hier sind die meißten Kurven nicht einsehbar und es geht durch Senken und über Kuppen. Ich habe bis zum dritten Turn gebraucht, um Vertrauen zu finden, dann aber kam er der magische Moment. Es ist so ähnlich wenn man mit einem Beifahrer im Auto ausgangs des Wippermanns über die Curbs knallt, auf die Senke zu, dann hart in die Eisen und mitten in der Senke blind in den Himmel einlenkt....
Während sich das eigene Gesicht zu einem verzückten Lächeln wandelt, verzerrt sich das Gesicht des Beifahrers meist ein wenig (zumindest wenn er es nicht kennt).

Und als dieses Vertrauen da war, ging es grinsend durch die Buchhübelkurve um dann stetig beschleunigend das blinde Geschlängel bis zur Stadtkurve herunterzustürzen.

über die Kuppe:


und hinab:


ins Tal:

Dann die Stadtkurve. Man kommt mit Hispeed hinabgeschossen und sieht eine Senke, die gleichzeitig Bremszone ist um danach an den Mauern vorbei links abzubiegen. Ich glaube auch in diesem kurzen Stück liegt mindestens eine Sekunde zwischen "schaffen" und "können". Das Anbremsen an sich ist gar nicht mal gefährlich, der Notausgang ist ausreichend lang. Doch man kann kann das Stückchen bergauf ebenfalls noch zum bremsen nutzen, leider ist man vorher jedoch damit beschäftigt, die Augen wieder aus den Höhlen herauszubekommen. Ok, das war jetzt übertrieben, in der Fuchsröhre drückts einem noch mehr im Gesicht.

Nach der kleinen Schikane den Berg rauf gehts jetzt über eine laaaaaange Kuppe links blind und schnell, dann mit Gaaas herunter nach Seng. Am tiefsten Punkt dieses Geschlängels ein kurzes Kiesbettchen und eine Mauer. Ein paar Einschlagstellen hat sie auch schon erlebt, auch wenn das Risiko dort einzuschlagen vergleichsweise gering ist.
Während einer Pause im (bei trockenem Wetter) Fahrerlager sehe ich dann eine BMW S1000... oder besser gesagt zwei. Zwei Teile !  Dieses Motorrad war kompett zerrissen, die Räder zerfetzt. So weit ich gehört habe ist dem Fahrer nichts ernstes passiert.

Der weitere Streckenverlauf ist auf jeden Fall anspruchsvoll, Spitzkehre mit anschließendem Hüpfer über eine querende, wellige Landstraße (aha Lenkungsdämpfer arbeitet), wieder eine Schikane und dann die Start-Ziel Gerade, die steil bergansteigt.

Dann wieder eine halbblinde Links, wie säter gebremst werden kann und schneller durchfahren werden kann, als man denkt. Aber da ich das Denken nicht so ganz abgestellt bekomme, denk ich einfach weiter daran später zu bremsen und brems trotzdem früher. So ist das mit dem Denken, in der Lektüre von Bernt Spiegels "Die obere Hälfte des Motorrads" bin ich noch nicht an der Stelle angekommen, wie man das Denken endlich abstellt, wenn man fühlen soll. Ich glaube ich hätte das Buch vor meiner Begegnung mit dem Schleizer Dreieck beginnen sollen, nicht erst währenddessen.

Hier noch ein paar Impressionen vom Teamfotograf, der praktisch jede Art-Motor Veranstaltung  mit Action-Fotos versorgt. Alles auch zu sehen unter http://www.teamfotograf.de/




wie komm ich bloß an dieser Blade vorbei ?

erste Kurve nach Start-Ziel

Und hier noch etwas Fahrerlager :

La Monica ohne Beine




Und was ist die Moral von dieser (etwas langatmigen) Geschichte ?

Kuppen, Senken, blinde Kurven sind auf dem Motorrad genauso großes Kino wie im Auto. Ich rede mir ein, daß mein Nordschleifen-2Rad-Verzicht eine echt total vernünftige Sache ist, ganz wie es sich für einen verantortungsbewußten Familienvater gehört. Dafür habe ich ja nun Schleiz entdeckt (total sicher, echt ehrlich). SCHLEIZZZZZZZZ !

Mann, ich kanns nicht erwarten wieder dahinzufahren. Am besten ich tröste mich bis zum nächsten Mal mit ein wenig Oldtimer Grand Prix...

Mittwoch, 20. Juli 2011

Autos, die in meiner Sammlung fehlen

Ich hätte so gern eine Halle mit mindestens 1000 m² um alle meine Auto und Motorradträume drin zu horten. Aber das habe ich aus zweierlei Gründen nicht:
Erstens, ich habe (noch ?) keine Autosammlung
Zweitens, wenn ich das Geld für die Halle hätte, hätte ich keins mehr für die Autos
Drittens, (fiel mir gerade noch ein) wenn ich so eine Halle mit Autos hätte, fände ich keine Zeit dafür, ohne meine Familie zu vernachlässigen und das will ich auch nicht.

Lasst mich also einfach mal träumen und meine virtuelle Autohalle füllen:

der Lotus Esprit.
Seit "der Spion der mich liebte" finde ich diesen Wagen klasse. Die ganze U-Boot Stunt-trick Orgie im Film hat mich schon als 8 Jähriger nicht angefixt. Es war eher die Verfolgungsjagt mit dem Helikopter davor. Damals wie heute begeistert mich die Geradlinigkeit im Design. Alles kantig, keine Schnörkel. Super.
Die Spoiler, die an der Turbo Version später folgten, finde ich gerade noch akzeptabel. Alle Designmodernisierungen die Ende der 80er Jahre folgten, haben diesem tollen Fahrzeug geschadet, ja sie haben es sogar für mich disqualifiziert.

Der nächste Kandidat:

Der Lancia Stratos. Leicht, hart, schnell, optisch ein Keil, der pure Dynamik ausdrückt. Ich würde ihn vielleicht nicht unbedingt in gelb bevorzugen, aber wenn man überhaupt einen bekommen könnte, dann müßte man halt die Farbe nehmen, die er hat. Ich glaube dieses Fahrzeug ist keine 100 mal gebaut worden, oder ? Aber zurück zur Farbe: Das Rallye-Design mit Alitalia, scheißegal daß die Fluglinie pleite ist, aber so habe ich Ihn vor meinem geistigen Auge.
Mein erstes 1:18 Modell, was meine Oma mir geschenkt hat, war ein roter Stratos. Ohne irgendeine Ahnung von Autos zu haben, hat mir meine liebe Oma (Gott hab sie selig) eins der schärfsten Geräte geschenkt. Ich glaub da war ich 6.

Und nu ?
der Countach, wer sonst. Ich habe für mein Leben gelernt, daß man beim Autoquartett spielen nicht verlieren kann, wenn man den Countach als "Blitz Trumpf" in seinem Kartenhaufen hat. Zylinder: 12 ! Hubraum: 5000 ccm ! Höchstgeschwindigkeit: 299 km/h ! Es hat gedauert, bis ich 16 war, als ich zum ersten mal so einen Wagen live gesehen habe. Ich fuhr mit meiner 80er zum posen durch Sierksdorf an der Ostsee. Als mir der extrem flache Keil mit seiner 6-eckigen Frontscheibe entgegenkam, wäre ich fast vom Bock gefallen. Der freundliche Polohemd-tragende Mittfünfziger war eindeutig der bessere Poser. 

Die Luft wird dünner:
Aber es gibt eigentlich nur wenige Ferraris, die mir gefallen. Oder findet irgendjemand den Testarossa schön ??? Aber der F40 ist so sehr Rennwagen, daß der Betrachter speziell aus der Nähe immer wieder wundervolle Details entdeckt. Das Gitter am Heck des Fahrzeugs erlaubt bei richtiger Beleuchtung einen Blick in die Tiefen der Radaufhängung, des Motors und des Getriebes. Man merkt, daß hier einfach eine Karosserie über ein Rennfahrwerk gespannt wurde. Hier ist alles filigran, rennmäßig halt.

Endlich kommen wir nach Stuttgart Zuffenhausen:


OK, dieses Fahrzeug habe ich schon. Die letzte luftgekühlte 911er Generation als Ringtool. Alle werterhaltenden oder wertsteigernden Strategien über den Haufen werfend lebe ich mein Hobby aus. MODIFIZEREN ! Nächstes Projekt: Ein kürzer Übersetztes Getriebe.

Zurück zu den unerfüllten Träumen:
Geil, oder ? Was gibts zum 935 zu sagen ? 950 kg ? Wieviel PS ? Ich glaube der 935 in jeder seiner wenigen gebauten Formen ist einfach von vorn bis hinten brachial. Ich glaube selbst ein Profi muss ein flaues Gefühl im Magen haben, bevor er da einsteigt. Vielleicht werd ich Klaus Ludwig mal fragen wenn wieder OGP ist.

oder:

ein GT1. Ich weiß nicht warum, er ist nicht mal schön. Ich glaube mich fasziniert, daß man einfach 993 oder 996 Frontscheinwerfer auf ein Rennchassis genagelt hat. Und dieser Schnorchel über dem Dach zum ansaugen... sowas schwebt mir noch für meinen 993 vor... irgendwann.

und:

Zwei Worte: Le und Mans

So langsam ist mein Pulver verschossen. Fällt Euch auf, daß noch kein Cabrio dabei ist ? Dann nimm dies:

356 Speedster. Ordentlich mit Patina.

Dann, um die Garage ein bisschen zu füllen wie wärs noch das ganze zu garnieren mit einem : 996 GT3RS, Ferrari 400i, De Tomaso Pantera, Vector Twin Turbo W8, dem Batmobile (heiliges Kanonenrohr), einem 2,7 RS, Shelby Cobra 427, Ariel Atom, Audi Quattro S1, ...



That was exhausting.



Jetzt bist Du dran, lieber Leser. Was verursacht Dir feuchte Träume ?