Donnerstag, 18. August 2011

Auf einen Quickie zum OGP

Fahr ich dieses Jahr hin, fahr ich nicht ? Fahr ich ? oder nicht ?
Schön wenn man plötzlich einen Vorwand findet es doch zu tun. Dann gings ganz plötzlich. Mittwoch abend zu Harald Jülicher... kurzes Getriebe und harte Stabis montieren. Donnerstag ein Geschäftsmeeting in Wiesbaden (liegt ja aufm Weg). Freitag ist der Wagen fertig, ab zum Ring, spontan noch eine Dachkammer im Haus Veronika bekommen und Samstag dann Frühstück, OGP, Nordschleife, Lunch und dann wieder nach Haus.
Soviel im Schnelldurchlauf. Jetzt kurz zurückgespult bis Freitag nachmittag... Mist, das Getriebe mußte nochmal raus, ich konnte also erst um 17:30 aufbrechen.
Erste Probefahrt mit dem kurzen Getriebe. Ich muß sagen: Wie erwartet, ein kleiner Quantensprung, was das Temperament angeht. Dank der harten Stabis wabbelt auch die Front nicht mehr so stark. Ein neues Auto !

Leider kam ich erst um 19:00 Uhr am Ring an, das Marathonrennen konnte ich also nicht mehr sehen. Also ab ins Dorf und im Lindenhof ein Schnitzel essen und mit den Jungs Unsinn reden.

Samstag: O. G. P.


Ein kurzer Blick von der T13 Tribühne.

Dann mal ins Fahrerlager:

Ladies & Gentlemen: The New Kobold ! Oder Kobold Reloaded ? The Kobold strikes back ? Auf jeden Fall zu lange war der Kobod krank, jetzt läuft er wieder Gottseidank.




 Ein Träumchen






ist Zigarettenwerbung eigentlich noch erlaubt ???

911er Heckansichten, von hart bis zart



700 Nm.. aber nicht an der Kurbelwelle, oder ??

aber der hier vielleicht

Stratos, ...my Love

Zur Abwechslung mal was aus der guten alten Formel 1 Zeit, wo Motorsport noch gefährlich und Sex noch sicher war:

Brabham...glaube ich


Lotus



Dingdong, es ist 11:00 Uhr. Wird Zeit den hoRSt auf die Nordschleife zu dirigieren und einen kleinen Test von Getriebe und Stabis zu machen. Außerdem mal sehen, ob Harrys Laptimer Pro wirklich so simpel funktioniert.


Wenn ich jetzt noch die Bedienung vernünftig erlerne, glaube ich daß diese Killer-App vom Preis-Leitsungs-Verhältnis nicht zu toppen ist. Leider konnte ich keine ganze Runde aufzeichnen, weil ich wie gesagt noch nicht ganz alle Einstellungen begriffen habe, aber die laufende Rundenzeit konnte ich am Anfang Döttinger Höhe trotzdem ablesen: ca. 8:25 BTG. Auf dieser Runde mußte ich aber an einer Unfallstelle in der Mutkurve drastisch herunterbremsen und am Wehrseifen das gleiche, da verliert man aber weniger.

Fahrgefühl ? Deutlich besser als vorher, Kurvenausgangs ist im dritten Gang endlich ausreichend Leistung da, das Rollen ist ebenfalls deutlich verringert. Ich hab so ein wenig den Eindruck daß die Untersteuerneigung zugenommen hat, aber letztlich habe ich auf Anhieb ca. 10 Sekunden auf der Nordschleife rausgeholt.

hier ein Actionfoto der hoRSts, geschossen an einem anderen Tag von Simon Richter. Mehr Bilder dieser Art gibts bei http://www.simonrichter.com/

ist er nicht schön ?

der kleine hoRSt (heute wassergekühlt)
Nach vier Runden, die gerade mal gereicht haben, den Luftdruck vernünftig einzustellen gabs leider mal wieder einen schweren Unfall mit einem Motorradfahrer und daher eine längere Vollsperrung der Nordschleife. Attack und Optimize waren also nicht mehr drin, macht ja nichts, in Nürburg gabs noch ne Pommes am Pommesstand in der Nähe von T13, NICHT auf dem Gelände. Also nix mit Fucking-Ring-Card, oder auch Shitcard, wie sie gerne genannt wird.

Aber für nur einen halben Tag am Ring hab ich doch einiges erlebt, oder ?

Also ab nach Haus.
ciao Arne

Dienstag, 9. August 2011

Schleiz - mitten ins Herz

Für meine heutige Geschichte muß ich etwas ausholen.

Wie manche von Euch wissen, fahre ich sowohl mit dem Auto, als auch mit dem Motorrad Rennen bzw. Renntrainings. Im Jahr 2008 importierte ich mir einen 993 aus den USA und nahm auf mehrfache Empfehlung bei der Scuderia Hanseat, einem Nordschleifen Sektionstraining für Autos teil.
Was bei dieser Begegnung in mir passierte, kann sich bestimmt jeder vorstellen. Wenn man den Drogenbeauftragten glauben schenkt, dann ist die Nordschleife wie Crack - macht sofort süchtig !

Gleichwohl aber wurde mir eine Sache sofort klar. Hier fährst Du nur auf 4 Rädern durch, denk an Deine Gesundheit, an Deine Familie... Auf dem Moped ? Never ever !

Auf dem Moped habe ich ja Oschersleben...perfekte Infrastruktur, eine sichere aber anspruchsvolle Srecke ohne ewig lange Geraden (die Ode an Oschersleben werde ich später bestimmt nochmal singen), aber keine Eschbach, kein Pflanzgarten, kein Schwedenkreuz (um mal meine Lieblingsstellen zu nennen). Mein Rennstreckenrepertoire erstreckt sich ohnehin nicht über zu viele Addressen. Bisher war ich erst in Poznan, Nürburgring GP, Oschersleben, Lausitzring, Hockenheim, Padborg, Heidbergring... ich glaub das wars. Im Vergleich zur Nordschleife also eher zweidimensional.

Dann endlich fahren die Supertwins 2011 auch in Schleiz. Egal wen du fragst, jeder liebt es. Klar mußte ich mich ebenfalls anmelden, obwohl mir doch ein wenig die Muffe ging. Mit dem Knie am Boden über eine blinde Kuppe ??? Direkt auf die Tribüne zu ??  ÄÄÄH, kann ich nochmal zurück ?


Ich habe mir dann eingeredet, daß hier ja immerhin Auslaufzonen sind. Diese Auslaufzonen unterscheiden sich aber etwas von anderen Auslaufzonen. Statt Kies gibts Rapsfeld. Wenn man da stürzt, dann geht das nach dem Motto: Rapsfeld auf, Fahrer rein, Rapsfeld zu. Es sollen auch schon Fahrer dort vergessen worden sein. Es gibt aber auch Rübenfelder, wie z.B. ein Stück weit nach der hier gezeigten Buchhübelkurve. Hier gibt es tiefe Löcher, da bleibt gern mal ein Lenker oder ein Schlüsselbein dran hängen.


So sah und sieht die Strecke auf dem Plan aus:
Hier sind die meißten Kurven nicht einsehbar und es geht durch Senken und über Kuppen. Ich habe bis zum dritten Turn gebraucht, um Vertrauen zu finden, dann aber kam er der magische Moment. Es ist so ähnlich wenn man mit einem Beifahrer im Auto ausgangs des Wippermanns über die Curbs knallt, auf die Senke zu, dann hart in die Eisen und mitten in der Senke blind in den Himmel einlenkt....
Während sich das eigene Gesicht zu einem verzückten Lächeln wandelt, verzerrt sich das Gesicht des Beifahrers meist ein wenig (zumindest wenn er es nicht kennt).

Und als dieses Vertrauen da war, ging es grinsend durch die Buchhübelkurve um dann stetig beschleunigend das blinde Geschlängel bis zur Stadtkurve herunterzustürzen.

über die Kuppe:


und hinab:


ins Tal:

Dann die Stadtkurve. Man kommt mit Hispeed hinabgeschossen und sieht eine Senke, die gleichzeitig Bremszone ist um danach an den Mauern vorbei links abzubiegen. Ich glaube auch in diesem kurzen Stück liegt mindestens eine Sekunde zwischen "schaffen" und "können". Das Anbremsen an sich ist gar nicht mal gefährlich, der Notausgang ist ausreichend lang. Doch man kann kann das Stückchen bergauf ebenfalls noch zum bremsen nutzen, leider ist man vorher jedoch damit beschäftigt, die Augen wieder aus den Höhlen herauszubekommen. Ok, das war jetzt übertrieben, in der Fuchsröhre drückts einem noch mehr im Gesicht.

Nach der kleinen Schikane den Berg rauf gehts jetzt über eine laaaaaange Kuppe links blind und schnell, dann mit Gaaas herunter nach Seng. Am tiefsten Punkt dieses Geschlängels ein kurzes Kiesbettchen und eine Mauer. Ein paar Einschlagstellen hat sie auch schon erlebt, auch wenn das Risiko dort einzuschlagen vergleichsweise gering ist.
Während einer Pause im (bei trockenem Wetter) Fahrerlager sehe ich dann eine BMW S1000... oder besser gesagt zwei. Zwei Teile !  Dieses Motorrad war kompett zerrissen, die Räder zerfetzt. So weit ich gehört habe ist dem Fahrer nichts ernstes passiert.

Der weitere Streckenverlauf ist auf jeden Fall anspruchsvoll, Spitzkehre mit anschließendem Hüpfer über eine querende, wellige Landstraße (aha Lenkungsdämpfer arbeitet), wieder eine Schikane und dann die Start-Ziel Gerade, die steil bergansteigt.

Dann wieder eine halbblinde Links, wie säter gebremst werden kann und schneller durchfahren werden kann, als man denkt. Aber da ich das Denken nicht so ganz abgestellt bekomme, denk ich einfach weiter daran später zu bremsen und brems trotzdem früher. So ist das mit dem Denken, in der Lektüre von Bernt Spiegels "Die obere Hälfte des Motorrads" bin ich noch nicht an der Stelle angekommen, wie man das Denken endlich abstellt, wenn man fühlen soll. Ich glaube ich hätte das Buch vor meiner Begegnung mit dem Schleizer Dreieck beginnen sollen, nicht erst währenddessen.

Hier noch ein paar Impressionen vom Teamfotograf, der praktisch jede Art-Motor Veranstaltung  mit Action-Fotos versorgt. Alles auch zu sehen unter http://www.teamfotograf.de/




wie komm ich bloß an dieser Blade vorbei ?

erste Kurve nach Start-Ziel

Und hier noch etwas Fahrerlager :

La Monica ohne Beine




Und was ist die Moral von dieser (etwas langatmigen) Geschichte ?

Kuppen, Senken, blinde Kurven sind auf dem Motorrad genauso großes Kino wie im Auto. Ich rede mir ein, daß mein Nordschleifen-2Rad-Verzicht eine echt total vernünftige Sache ist, ganz wie es sich für einen verantortungsbewußten Familienvater gehört. Dafür habe ich ja nun Schleiz entdeckt (total sicher, echt ehrlich). SCHLEIZZZZZZZZ !

Mann, ich kanns nicht erwarten wieder dahinzufahren. Am besten ich tröste mich bis zum nächsten Mal mit ein wenig Oldtimer Grand Prix...