Freitag, 18. Mai 2012

Scuderia Reloaded

...und bin so schlau als wie zuvor. Hatte ich im letzten Post noch die Nordschleife und Rundkurse auf eine Stufe gestellt ? Ich Trottel. Vielleicht war es rennfahrerische Unterzuckerung ? Ich meine richtige "Rennen" zu fahren, so mit Qualifying, Startaufstellung und Race... das ist schon geil und deutlich mehr Spass, als ein einfacher Trackday, wo auch immer.
Vielleicht liegt es an der Herausforderung, ein Resultat, ein Ergebnis zu erreichen, was den Scuderia Hanseat Lehrgang zusammen mit der Nordschleife zu etwas so besonderem macht.
wenn sich morgens die Sonne hinter dem Dorinth erhebt und kurze Zeit später die GP-Strecke mit all den schönen Fahrzeugen erhellt...
Prosamodus wieder aus ! Ich hab geschummelt. Das Bild ist vom 2. Lehrgangstag. Am Sonntag gab es nur freies Fahren auf der Regenlinie und der Montag morgen sah so aus :


und was ist ne Regenlinie ? Na ganz einfach, die Linie auf der man im Regen fährt. Da Gummiabrieb bekannterweise im trockenen gripfördernd und im nassen das Gegenteil ist, ist die Regenlinie halt woanders als die Ideallinie. Ist aber gar nicht so wild. Stellt Euch eine trockene Ideallinie vor, mit Einlenkpunkt, Scheitelpunkt und Auslenkpunkt. Auf dieser Linie herrscht im nassen kein Grip. Man fährt also einen halben bis 1 Meter weiter innen an, lenkt aber noch etwas später als sonst ein und kreuzt die Ideallinie kurz. Dann fährt man alles etwa einen halben bis einen Meter weiter außen und damit auch etwas runder und lässt den Scheitelpunkt ebenfalls neben sich. Durch das rundere fahren kreuze ich die Ideallinie kurz vor dem eigentlichen Auslenkpunkt und bleibe wiederum einen halben Meter vom Randstein entfernt. Klingt kompliziert ? Ist es aber eigentlich gar nicht. (OK, liebe Rennfahrer und Regenspezialisten, ich weiß, dies ist nur eine sehr vereinfachte und bestimmt unvollständige Beschreibung, aber ich glaube für den Einstieg akzeptabel, oder ?). Mein persönliches Empfinden ist, daß man die richtigen Reifen vorausgesetzt erstaunlichen Grip vorfindet, und im Gegansatz dazu auf der Ideallinie erstaunlich wenig Grip herrscht.
Hier ein Video zur Veranschaulichung.



Leider liegt der Filmbereich außerhalb des Wischbereiches und man kann nur sehr wenig sehen, dennoch zeigt der Film recht anschaulich, wie man die Nordschleife im Regen fahren kann.

Ich bin abgeschweift, sorry.
Scuderia Hanseat ! Letztes Jahr fiel der Frühjahrslehrgang ins Wasser, weil sich Scuderia und Nürburgring Automotive nicht einigen konnten. Was man von der NAG halten soll, überlasse ich mal der eigenen Fantasie, andere Veranstalter haben trotz der NAG-Pappnasen Lösungen für Ihre Kunden schaffen können. Aber nun das positive: Man hat die Zeit für einen Neustart genutzt und das alte Konzept gründlich überprüft. Viel gutes ist geblieben, insbesondere die persönliche Betreuung durch die Coaches und das Socializing untereinander. Was neu ist: 1. Erheblich mehr freies Fahren ! 2. Die alte Scuderia-Hanseat Linie wurde endlich entrümpelt. Diese Linie war vor 50 Jahren toll und damals sicher die richtige. Heute gibt es bessere Linien, sowohl für Rennfahrer, als auch für normale Sportfahrer. 

Was macht es nun aus, daß dieser Lehrgang so viel Freude macht ?
Erstklassige Instruktoren:



wunderschöne Fahrzeuge:



sogar in der WRC-Version:





Dazu noch echte Freaks, vor allem in Gruppe 2 ;-)







Und dann noch der sportliche Anspruch. Ich persönlich genieße die Nordschleife mit jedem Atemzug den ich dort bin, aber es geht um Ehrgeiz. Es geht um Perfektion (der man sich allenfalls annähern kann). Es geht um die persönliche Weiterentwicklung.
Ich habe die letzten 4 Jahre mit demselben Fahrzeug eine gemeinsame Entwicklung durchgemacht. Ich war 2008 erstaunt, wie deutlich und wie kritisch ein Instruktor meinen Fahrstil im Sektionstraining bewertet. Dies hat mir die Augen geöffnet, wie viel besser man noch werden kann, obwohl sich ja in unserem Lande jeder für einen ausgezeichneten Autofahrer hält. Ich habe dieses Jahr von den Instruktoren erstaunlich gute Kommentare erhalten. Mein eigenes Gefühl, mit den hoRSt zusammengewachsen zu sein wurde bestätigt. "Das ist bestimmt schwierig, dieses Fahrzeug zu beherrschen" sagte mir ein Instruktor. "Nein" muß ich antworten, wir beide sind mittlerweile zusammengewachsen. Ich spüre z.B. wie positiv sich die Gewichtskur von ca. 100kg auf die Straßenreifen ausgewirkt hat. So sehr, daß ich die Cupreifen trotz Trockenheit gar nicht vermisst habe.
 
Lehrgangsfazit: Anscheinend berechtigtes Lob ! Für meinen Persönlichkeitsstil genau das richtige, wie Sancerre, Tegernseer Hell , eine leidenschaftliche Umarmung meiner Kinder, oder das Einschlafen nach dem Sex mit meiner wundervollen Frau.

Jetzt heisst es Konzentration, weil das wichtigste kommt noch. Die Prüfung. Es ist der Wahnsinn, wie nervös plötzlich alle werden vor Ehrgeiz. Und das meine ich im positiven Sinne.

 
man hockt zusammen und palavert unglaublich wichtiges Zeug. Ob das Wetter hält ? Ob ich die Reifen auf der GP-Strecke ausreichend auf Temperatur bekomme ? usw usw.
Beim Sektionstraining und beim freien Fahren habe ich auch immer wieder mal bei einem Durchgang verkackt. Wird es mir gelingen, eine Runde lang konzentriert die Linie gut zu treffen ? Am besten man sieht zu, daß man in der Nähe seines maximalen Speeds fährt, es wird ebenfalls bewertet, ob man sein Fahrzeug an der Grenze beherrscht.

Dann also los:



Gut gegangen ! Gutes Gefühl, ein paar Ecken halb verrissen z.B.Eschbach, eigentlich meine Lieblingkurve (stimmts Kurt ?), sonst aber gut die Scheitelpunkte getroffen, Augangs die ganze Strecke ausgenutzt (nicht ganz geglückt in der Kallenhard). Aber durchaus gelungen würde ich sagen...

nun ja... würde ich sagen. Und was sagen die Instruktoren ? Egal, jetzt erstmal schnell zum Pflanzgarten fahren und die Winners Group ansehen. Die armen Säue starten bei strömendem Regen, dem wir gerade noch entgangen sind.

Los Gaby, mach sie fertig !

Es ist schwer zu beschreiben, wie es danach so abgeht. Treffen am Pflanzgarten, nervöses Gequatsche, cool wie der orange M3 der Winners Group durch den Pflanzgarten driftet !!!
Dann zur Pistenklause und bei Kaffee und Kuchen das erste Feedback von unseren Coaches bekommen. Manfred meint, in seiner Sektion waren wir die beste Gruppe. Ich fange an das zu glauben. Siggi, Christian, Joachim, Kurt, (Barna sowieso, aber der mußte mit techn. Defekt abbrechen), alles echt guuute Fahrer. Die Winners Group Fahrer sind sauer wegen des Wetters, wär ich auch glaube ich.
Insgesamt aber gelöste Stimmung, immer noch Anspannung, denn die Siegerehrung gibts erst zum Abschlußdinner.
 
Heimlich male ich mir einen Gruppensieg aus, lief doch alles gut, fühlte sich gut an. Dann die Ergebnisse der Gruppe 2:  3. Platz bei den Routiniers bin ich geworden und bin minimal enttäuscht. Vor mir sind Siggi und Michael (den ich den ganzen Lehrgang über nur dezent wahrgenommen habe... tja, ist halt kein Großmaul). Alles ist zufrieden, dann kommt die Gesamtwertung. Bei den Sportfahrern waren wir auch schon gut mit dabei, jetzt plötzlich ist Christian (in unserer Gruppe nicht unter den ersten drei) auf dem 5. Platz ! Heißt das etwa... heißt das etwa... dass die ersten drei der Gruppe 2 unter den ersten 4 sind ???
YES !
Ich bin 4. ! Jetzt werden auch die Punkte vergeben. 188 !!! Fehlen nur 2 Punkte zur Winnersgroup.
Das war mehr als ich erwartet habe !
Und Gaby ? Die hat ihren eigenen Blog, in dem Sie uns erzählen wird, wie sie uns alle naßgemacht hat.
Ich schließe mit dem allseits beliebten Witz:

Was hat zwei Daumen, ein Auge und f.... wie ein Weltmeister ?















Mittwoch, 18. April 2012

Rundkurs oder NOS ?

Jetzt stecke ich in der Sinnkrise. Der hoRSt ist auf 1300 kg abgespeckt und scharrt mit den Hufen, die Nordschleife wieder zu rocken.

Die Umbauten machen meinen treuen Begleiter immer lauter und unkomfortabler, aber auf dem Track hoffentlich immer performanter.


Gerade rechtzeitig haben wir es geschafft, das Auto zum Auftaktrennen des Bördesprint Cups fertig zu bekommen. Der langen Rede kurzer Sinn ist folgender: Die Rennstreckenperformance in Oschersleben ist ein Stück weit unter meinen Erwartungen. Bei aller Bescheidenheit habe ich mit Rundenzeiten gerechntet, die 3-4 Sekunden unter dem liegen, was ich geschafft habe.

Als erstes muß natürlich der Fahrer aufs Korn genommen werden. Bin ich tatsächlich der Engpass ? Nun, mit dem Motorrad, welches auch nur bescheidene 110 PS hat, umrunde ich Oschersleben in ca. 1:42 min. Damit bin ich in meiner Motorradklasse im vorderen Mittelfeld. Also ganz talentlos bin ich sicher nicht. Mit dem hoRSt habe ich aber am 24. März nicht schneller als 1:51,5 fahren können.

Im direkten Vergleich mit den Cup Lupos, Fiestas, und Supercopas merke ich doch deutlich, daß mein Leistungsgewicht kein Problem ist. Fast alle Fahrzeuge die im Rennen bis zu 5 Sekunden schneller fahren können, haben auf der Geraden keine Chance gegen den hoRSt. Aber jede Kurve die länger ist als ein Knick, also die Hotelkurve, die Hasseröder, die Tripel, Turn 4 zeigen den Reifen und dem Fahrwerk seine Grenzen auf. Auf dieser Strecke wird man schnell durch Kurvenspeed. Da ist es natürlich die absolute Masse, von 1300 kg zu weniger als 900 kg. Dann auch noch auf Semis gegen Slicks. Dann auch mit Sturzwerten von -2 statt -3 bis -4 Grad.

Kleiner Einwurf: Vom 12. bis 15.4. wollte ich eigentlich auf dem Laustzring sein und mit LaMonica die Motorradrennsaison einläuten. Am Mittwoch dann meine Entscheidung, daß ich Freitag und den halben Donnerstag nicht frei machen kann. Immer dier Stress ;-)
Noch am selben Tag sprang mich der Hinweis an, daß ja auch ein eintägiges Rennen in Oschi stattfindet. Kurzer Anruf bei Matz, ob er meinen Wagen bis Samstag wieder mit Bremsen ausstatten kann... Ja, kein Problem. Neue Beläge werden direkt geliefert.
Sascha hätte auch Zeit, Maddy nimmt ihn mit, wir gehen Samstag abend gemütlich in die Hotelbar und kippen etwas Weißburgunder. So der Plan. Am Samstag morgen fahre ich also zu MVL und schau mal wie es aussieht. Matz dreht gerade die vorderen Bremsscheiben etwas ab, die Beläge sind noch nicht gekommen. Mist, die sollten doch schon am Freitag da sein.
Die Wartezeit nutze ich, um endlich die RS Türtafeln mit den niedlichen kleinen blauen Öffnerschlaufen zu montieren. Klappte ganz gut, mittags alles fertig.

Und die Bremsbeläge ? Keine Sendunggsnummer, keine Rückverfolgung möglcih. Alle möglichen Werkstätten am Samstag mittag (!) angerufen, natürlich ging keiner ran. Eine Lange Odyssee schickte mich von Kayhude nach Barsbüttel, da lagen noch Beläge...aber nur die vorderen. Es kam der Moment wo wir uns darauf einstellten, dass der Streß es nicht wert sei, ein zweitägiges Männergrillen bei sturmfreier Bude in Hamburg ist ja auch nicht übel.
Dann ruft Matz an, die Beläge sind bei ihm zuhause angeliefert worden ! Also kann es doch losgehen. Als ich wieder in Kayhude ankomme steht der hoRSt bereits fertig auf der Bühne....
....
....
und springt nicht an. Fuuuuuuuuuck ! Das Tomtom Kabel hatte an der Batterie gelutscht. Also ein Booster Pack aus der Nachbarwerkstatt geliehen und es konnte losgehen. Ab nach Haus, Sachen einpacken und nach Oschi.
Auf Höhe Hannover kam mir dann der Gedanke, daß es an diesem Wochenende nichts ohne Widerstand gibt. Fetter Stau wegen Brückenarbeiten und hirnloser Umleiterei. Angekommen lohnte sich das Warten auf die Abnahme nicht mehr, bis Feierabend für die Kommissare war. Müßte ja sowieso ein Selbstgänger sein.

Der Abend im Hotel ist nett wie immer, diesmal mit Maddy und Sascha die schwersten Entscheidungen sind :
Schnitzel oder Steakpfanne Racing ?
Weißburgunder oder Bier ?
Bei mir war es Schnitzel und Weißburgunder, nur mal so am Rande.

Sonntag, 6:45, ich stehe bei der Abnahme, die um 7:00 aufmacht, 5 Leute vor mir. Um 7:20 bin ich dran. Erster Mangel: TÜV abgelaufen (2 Wochen), Reifendimensionen vorn nicht eingetragen (TÜV-Fehler beim Import 2008).. alles nicht so schlimm, aber pingelig sind sie heute schon.
"Dann lösen Sie doch bitte nochmal die Not-Aus Einrichtung aus." Der Motor läuft, ich zieh am Hebel, der Motor läuft immer noch !!!!!!!!!!!!!!!!
Falsch verdrahtet, ich fahr das Ding seit 2 Jahren spazieren und habe es nie getestet, ich Ochse ! Die Werkstatt von damals hat die Masse getrennt, was falsch ist. So darf ich nicht fahren. Anstatt jetzt mit Maddy und Sascha zu frühstücken hocke ich vor dem Auto und überlege was ich machen kann. Ich erbettel mir etwas Hilfe bei sehr coolen Jungs im Fahrerlager und ein freundlicher Herr der Horst heißt, modifiziert mir die Elektrik, so daß es funktioniert. 5 Minuten vor der Fahrerbesprechung bekomme ich den ersehnten Aufkleber.

Ohne Frühstück, aber dennoch erleichtert gehts dann ins freie Training. Nach 2 Runden sehe ich das:

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WTF ???

Öldruck: OK
Temperatur: OK
Lenkverhalten: OK
Rauchentwicklung ? No

Was ist los ?? "Ihr Transponder ist zu hoch montiert, wir erhalten keine Rundenzeiten von Ihnen"

Aha. Vor 2 Wochen war an der Position alles in Ordnung. Kleiner Umbau vor dem Zeittraining. Dennoch, das Ding geht nur sporadisch. Ich werde mit einer gemssenen Rundenzeit von 2:00 auf dem 25. Platz einsortiert. Harrys Laptimer hat mir 1:51er gemeldet, damit wäre ich 9. gewesen.
Egal, gewinnen kann ich da sowieso nicht, weil ich in der Carrera Cup Klasse einsortiert bin.


Man sieht, daß das Rennen fahren hier großen Spass macht. Es gibt keine übertriebene Härte, jeder versucht sein Fahrzeug ganz zu halten.


Und noch ein paar Bilder:


Immer dieser Streß !



Dies war nach dem Start des 2. Rennens. Ich konnte am Start ganz rechts, voll durchbeschleunigen und habe locker 10 Plätze gutgemacht. Danach hingen mir der RX7 und der Cup-Lupo wie Hummeln am Arsch, weil meine Reifen noch überhaupt keinen Grip hatten. Hasseröder, Tripel, Turn 4, Schikane, mann hab ich mich nach der Gegengeraden gesehnt.


Beste Rundenzeit war 1:50, Rennfahren macht Spass. Die 1:50 fällt beim nächsten Mal, rein aus Prestigegründen. Dies bringt uns zum Ende und zur Ausgangsfrage:

Rundkurs oder Nordschleife ?

BEIDES !

Der hoRSt hat sich wacker geschlagen. Die voll zugedrehte Dämpfung hat auf dem Rundkurs besser funktioniert, ich werd höchstens noch mal mit 225er Cups vorne experimentieren, ansonsten bleibt die Abstimmung wie sie ist. 
Ich freu mich schon auf die Nordschleife ! 
Kommentare sehr willkommen. 

Dienstag, 7. Februar 2012

vom US Modell zum VollhoRSt


Es war einmal im Winter 2007... der Euro stand zum Dollar auf etwa 1,42. Ich liebäugelte schon lange mit dem Wunsch , einen 911er zu besitzen. Ich hatte mich davon gelöst, ihn als Firmenfahrzeug anzuschaffen und damit 40.000 km im Jahr abzureißen. Wenn schon die Hälfte meiner Kunden kein Problem damit hätte, wäre immer noch eine weitere hälfte übrig. Außerdem: Alle 3-4 Jahre so ne Kiste gegen den Nachfolger auszutauschen finde ich der Besonderheit dieses Fahrzeugs einfach nicht angemessen. In mir reifte der Gedanke, daß ich einen 911er lieber etwas älter aber dafür als meinen eigenen und für besondere Anlässe haben wollte. Sozusagen für Sonntags.

 
Um das Fahrzeug schick zu machen wurde erstmal der einfache Weg beschritten. Blauer Dekor, blaue Felgen und ein deutsches Originalfahrwerk.

Das wichtigste Accessoire, die Walter "Gott" Röhrl Signatur wurde auch bald erledigt. Höflich wie er ist, hat sich nicht angewiedert abgewandt, sondern brav posiert.


Warum nicht nen Stoßfänger vom Turbo ? Sieht doch besser aus.

Bei der Scuderia Hanseat kam ich zum Entschluß, daß dieses Fahrzeug nicht schöner, sondern besser werden sollte. Vor allem für den Fahrer.

Es folgte ein griffiges Lenkrad und ein obercooler Drehzehlmesserumbau :

Ein Käfig:

Bilstein Fahrwerk, Cup-Reifen, Bremsbeläge, Schalensitz und Sechspunktgurt, Makrolonheckscheibe, Löscher :



Dann wieder der alte Traum vom Entenbürzel. Passt meiner Meinung nach an jedes 911er Heck, naja, vielleicht nicht beim 991. Aber F-, G-, 964, 993 und 997 ? Ich find schon.


Ein Besuch bei Victor Günther:

Durch Sportkatanlage (Eigenbau von Dynotec-Jens), Sportschalldämpfer, Sport-Luftfilter und eine passende Abstimmung wurden es 305 PS.

In Groß Dölln mal ein paar neumodische Elfer ärgern. Nur GT2/ GT3 Fahrer waren schneller, alle anderen (GTS, Turbo usw.) kamen nicht an hoRSts Zeiten ran. 

Aber eigentlich gehts doch lieber hierhin:


Dafür brauchts aber auch ein kürzeres Getriebe, Sperre und härtere Stabis.


Hier der aktuelle Stand zum niemals endenden Projekt:
Schiebedach raus, Teppiche raus. Ich rechne mit 80 kg Gewichtsersparnis.




Ob das jemals endet ?

Freitag, 7. Oktober 2011

Biketoberfest... mal wieder mit 2 Rädern

Das ist schon nervig, wenn man seine Zeit und sein Geld für 2 Hobbys teilen muß. Oder ist es doch nur ein Hobby ? Motorsport ?
Irgendwie geht es um dasselbe, dennoch sind diese Welten so verschieden. Es geht um die Leidenschaft für besondere und am liebsten auch um schöne Technik. Es geht um Grenzerfahrungen und diese ewige Suche nach Perfektion. Um Erfolgserlebnisse, Ehrgeiz, aber auch um Kameradschaft.
Die Anzahl Arschlöcher ist meiner Erfahrung nach sowohl bei Motorrad- als auch bei Automobilsportlern gering. Beide Sportarten sind teuer, wobei es im Auto gern mal "etwas" mehr wird.
Warum regt sich aber ein so große Zahl Motorradfahrer darüber auf, wenn ein Veranstalter 15.- EUR teurer ist als ein anderer ? Aber die neue Anti-Hopping Kupplung, die angeblich eine Sekunde bringt, wird mal eben im Vorbeigehen angschraubt. Mal schnell einen neuen Satz Reifen aufziehen, auch wenn der alte erst zur Hälfte runter ist. Vergleichbare Artikel werden rauf und runter gegoogelt und geebayt, nur um den letzten Cent zu sparen. Liebe Mopedtreiber, das macht Euren Sport nicht billig.
Bei den Autofahrern sehe ich teilweise das andere Extrem. Nicht nur daß generell viel Geld ausgegeben wird, ich emfinde es manchmal so, daß der Gegenwert nicht hinterfragt wird. Irgendwie komisch.
Ist nur eine rein subjektive Einschätzung, ohne daß ich sie belegen kann. Wie schon gesagt, viele sehr nette Geizhälse und Lebemänner in diesem Sport.

Nachdem die Auto-Nordschleifenleidenschaft drohte, den Motorradsport zu dominieren, stand also endlich wieder das Biketoberfest an.

http://www.art-motor.de/home/ergebnisse11/biketoberfest/result.html

Nach einer zu langen Sommer-Fahr-Pause ging ich Freitag auf meinen ersten Turn und werde in meiner dritten Runde fast von der Strecke geworfen. Ausgangs von Turn 4 laufe ich auf einen langsamen Fahrer auf, kann aber nicht noch vor der Schikane überholen und reihe mich also hinter ihm ein. aus dem Augenwinkel sehe ich noch, wie einer von rechts hinten angeschossen kommt und mich von innen rammt ! Rumms, fast schmeißt es mich auf die Wiese, ich kann aber auf der Strecke bleiben. Keiner Stürzt. Wasn das für ein Idiot, denke ich mir. Ob seine Geste eine Entschuldigung war, kann ich ausgangs der Schikane auf der Gegengeraden nicht so recht deuten, da ich mich auf mein Motorrad konzentriere. Hoffentlich ist nichts großes kaputt. Ich fahre also raus und überprüfe das Motorrad:

  
Auspuff zerdellt (war er aber auch schon vorher), Verkleidung rechts eingerissen (grmpff), Fußraste verbogen (naja). Der Delinquent hat sich übrigens nicht mehr gezeigt, er fuhr ne gelbe 900 ss. Naja, egal.

Es gab auch was lustiges im Rahmenprogramm: Der Cafe Racer Sprint über die Achtelmeile. Das Reglement: Luftgekühlter Motor, Stummellenker und keine Verkleidung.
Daher konnte ich ja mal Dolores wieder nach Oschersleben bringen, meine etwas patinierte aber wunderbare Alltags- und Reisemonster.

   
Damit rechnete ich mir realistisch Chancen auf einen Sieg aus. Starten kann ich ganz gut, das Motorrad ist leicht, warum also nicht ?
Das ganze war ein wenig eine Ersatzmotivation für mich, da ich bei Rennfahren gerade einen leichten Durchhänger hab. Die Konkurrenz in der Supertwins-Klasse ist deutlich stärker geworden, gleichwohl bin ich derzeit körperlich (+6 kg) und mental weniger gut und motiviert als letztes Jahr. Macht 2-3 Sekunden, die ich schlechter wurde, wobei andere eher 1-2 Sekunden besser wurden. Top-Ten Platzierungen strebe ich nächstes Jahr wieder an. Zusammen mit der Diät.

Also suche ich mein Glück im Cafe-Racer Sprint. Hatte ich erwähnt, wie perfekt das Wetter war ?
Samstag abend ein Probedurchlauf ohne Wertung. Ich fahre gegen eine alte Triumph, glaube ich. Als der Flaggenmann die Fahne runterreißt, komme ich ganz ordentlich weg, der Mann neben mir hatte aber einen perfekten Start. Das hat locker 5 Meter gekostet, dank des Leistungsgewichts meiner Dolores und mir konnte ich trotzdem gewinnen. Für den ersten echten Ausscheidungslauf am Sonntag vormittag sollte cih also auf der Hut sein, denn mein Gegner war auf einer ca. 100 PS starken Dynotec Guzzi unterwegs. Nichts also mit Überlegenheit. Dann der Lauf, ich komme nahezu perfekt aus den Startlöchern und fahr dem Guzzi Treiber davon... erstmal. Denn als ich den dritten Gang einlegen will, geht er nicht rein ! Nochmal mit der Stiefelspitze reingehauen, nochmal, erst nach dem dritten kräftigen Tritt geht der dritte rein. Ich verlier im Ziel ca. 3 Meter und bin gleich am Anfang ausgeschieden. Ich kann im Nachhinein nicht sagen, warum die Schaltung gehakt hat. Ich kann aber die Freunde des Dragstersports ganz gut verstehen, die sich bei langer Vorbereitung auf nur wenige Sekunden fokussieren müssen, in denen es um alles geht. Ich kann nachträglich eigentlich nur erkennen, daß der Fehler bei mir gewesen sein muß. Das Getriebe hat noch nioe Ärger gemacht, weder davor, noch danach.


Dennoch, den Bordcomputer für die Beschleunigungszeit zu aktivieren, habe ich nicht vergessen. Nicht schlecht, oder ? Übrigens, dieser Bordcomputer kann natürlich erst die Zeit stoppen, sobald der Radsensor das erste Mal am Reed-Kontakt vorbeikommt.
Rocker Nick mit seiner XJ konnte wenigstens die Hamburger Ehre retten und gewann den Spaß:



Hier noch Bilder vom Teamfotografen, wie immer gibts mehr unter http://www.teamfotograf.de/





Was gibts noch zu berichten ?
Ich hab meinen Freund Sascha mit dabei gehabt, der nach seiner schweren Krankheit wieder sehr stetig ins Leben zurückfindet. Auch für mich war das wichtig, da ich das letzte Jahr mit ihm zusammen fast alle Rennen gefahren bin und er für mich immer einen großen Teil zu einem gelungenen Wochenende beigetragen hatte. Ein Stück weit deswegen war ich in diesem Jahr deutlich weniger motiviert als letztes. Dieses Mal saßen wir wieder gemeinsam auf der Hotelterasse, oder im Restaurant. Wir lauschten Rüdiger Kämnas alten Geschichten und tranken Grauburgunder zum "Salatteller Racing" .

Nochmal Dolores und LaMonica:

   
Also, ciao ! Nächsten Montag auf eine letzte Fahrt zur Nordschleife, diesmal wieder mit hoRSt.