Mittwoch, 18. April 2012

Rundkurs oder NOS ?

Jetzt stecke ich in der Sinnkrise. Der hoRSt ist auf 1300 kg abgespeckt und scharrt mit den Hufen, die Nordschleife wieder zu rocken.

Die Umbauten machen meinen treuen Begleiter immer lauter und unkomfortabler, aber auf dem Track hoffentlich immer performanter.


Gerade rechtzeitig haben wir es geschafft, das Auto zum Auftaktrennen des Bördesprint Cups fertig zu bekommen. Der langen Rede kurzer Sinn ist folgender: Die Rennstreckenperformance in Oschersleben ist ein Stück weit unter meinen Erwartungen. Bei aller Bescheidenheit habe ich mit Rundenzeiten gerechntet, die 3-4 Sekunden unter dem liegen, was ich geschafft habe.

Als erstes muß natürlich der Fahrer aufs Korn genommen werden. Bin ich tatsächlich der Engpass ? Nun, mit dem Motorrad, welches auch nur bescheidene 110 PS hat, umrunde ich Oschersleben in ca. 1:42 min. Damit bin ich in meiner Motorradklasse im vorderen Mittelfeld. Also ganz talentlos bin ich sicher nicht. Mit dem hoRSt habe ich aber am 24. März nicht schneller als 1:51,5 fahren können.

Im direkten Vergleich mit den Cup Lupos, Fiestas, und Supercopas merke ich doch deutlich, daß mein Leistungsgewicht kein Problem ist. Fast alle Fahrzeuge die im Rennen bis zu 5 Sekunden schneller fahren können, haben auf der Geraden keine Chance gegen den hoRSt. Aber jede Kurve die länger ist als ein Knick, also die Hotelkurve, die Hasseröder, die Tripel, Turn 4 zeigen den Reifen und dem Fahrwerk seine Grenzen auf. Auf dieser Strecke wird man schnell durch Kurvenspeed. Da ist es natürlich die absolute Masse, von 1300 kg zu weniger als 900 kg. Dann auch noch auf Semis gegen Slicks. Dann auch mit Sturzwerten von -2 statt -3 bis -4 Grad.

Kleiner Einwurf: Vom 12. bis 15.4. wollte ich eigentlich auf dem Laustzring sein und mit LaMonica die Motorradrennsaison einläuten. Am Mittwoch dann meine Entscheidung, daß ich Freitag und den halben Donnerstag nicht frei machen kann. Immer dier Stress ;-)
Noch am selben Tag sprang mich der Hinweis an, daß ja auch ein eintägiges Rennen in Oschi stattfindet. Kurzer Anruf bei Matz, ob er meinen Wagen bis Samstag wieder mit Bremsen ausstatten kann... Ja, kein Problem. Neue Beläge werden direkt geliefert.
Sascha hätte auch Zeit, Maddy nimmt ihn mit, wir gehen Samstag abend gemütlich in die Hotelbar und kippen etwas Weißburgunder. So der Plan. Am Samstag morgen fahre ich also zu MVL und schau mal wie es aussieht. Matz dreht gerade die vorderen Bremsscheiben etwas ab, die Beläge sind noch nicht gekommen. Mist, die sollten doch schon am Freitag da sein.
Die Wartezeit nutze ich, um endlich die RS Türtafeln mit den niedlichen kleinen blauen Öffnerschlaufen zu montieren. Klappte ganz gut, mittags alles fertig.

Und die Bremsbeläge ? Keine Sendunggsnummer, keine Rückverfolgung möglcih. Alle möglichen Werkstätten am Samstag mittag (!) angerufen, natürlich ging keiner ran. Eine Lange Odyssee schickte mich von Kayhude nach Barsbüttel, da lagen noch Beläge...aber nur die vorderen. Es kam der Moment wo wir uns darauf einstellten, dass der Streß es nicht wert sei, ein zweitägiges Männergrillen bei sturmfreier Bude in Hamburg ist ja auch nicht übel.
Dann ruft Matz an, die Beläge sind bei ihm zuhause angeliefert worden ! Also kann es doch losgehen. Als ich wieder in Kayhude ankomme steht der hoRSt bereits fertig auf der Bühne....
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und springt nicht an. Fuuuuuuuuuck ! Das Tomtom Kabel hatte an der Batterie gelutscht. Also ein Booster Pack aus der Nachbarwerkstatt geliehen und es konnte losgehen. Ab nach Haus, Sachen einpacken und nach Oschi.
Auf Höhe Hannover kam mir dann der Gedanke, daß es an diesem Wochenende nichts ohne Widerstand gibt. Fetter Stau wegen Brückenarbeiten und hirnloser Umleiterei. Angekommen lohnte sich das Warten auf die Abnahme nicht mehr, bis Feierabend für die Kommissare war. Müßte ja sowieso ein Selbstgänger sein.

Der Abend im Hotel ist nett wie immer, diesmal mit Maddy und Sascha die schwersten Entscheidungen sind :
Schnitzel oder Steakpfanne Racing ?
Weißburgunder oder Bier ?
Bei mir war es Schnitzel und Weißburgunder, nur mal so am Rande.

Sonntag, 6:45, ich stehe bei der Abnahme, die um 7:00 aufmacht, 5 Leute vor mir. Um 7:20 bin ich dran. Erster Mangel: TÜV abgelaufen (2 Wochen), Reifendimensionen vorn nicht eingetragen (TÜV-Fehler beim Import 2008).. alles nicht so schlimm, aber pingelig sind sie heute schon.
"Dann lösen Sie doch bitte nochmal die Not-Aus Einrichtung aus." Der Motor läuft, ich zieh am Hebel, der Motor läuft immer noch !!!!!!!!!!!!!!!!
Falsch verdrahtet, ich fahr das Ding seit 2 Jahren spazieren und habe es nie getestet, ich Ochse ! Die Werkstatt von damals hat die Masse getrennt, was falsch ist. So darf ich nicht fahren. Anstatt jetzt mit Maddy und Sascha zu frühstücken hocke ich vor dem Auto und überlege was ich machen kann. Ich erbettel mir etwas Hilfe bei sehr coolen Jungs im Fahrerlager und ein freundlicher Herr der Horst heißt, modifiziert mir die Elektrik, so daß es funktioniert. 5 Minuten vor der Fahrerbesprechung bekomme ich den ersehnten Aufkleber.

Ohne Frühstück, aber dennoch erleichtert gehts dann ins freie Training. Nach 2 Runden sehe ich das:

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WTF ???

Öldruck: OK
Temperatur: OK
Lenkverhalten: OK
Rauchentwicklung ? No

Was ist los ?? "Ihr Transponder ist zu hoch montiert, wir erhalten keine Rundenzeiten von Ihnen"

Aha. Vor 2 Wochen war an der Position alles in Ordnung. Kleiner Umbau vor dem Zeittraining. Dennoch, das Ding geht nur sporadisch. Ich werde mit einer gemssenen Rundenzeit von 2:00 auf dem 25. Platz einsortiert. Harrys Laptimer hat mir 1:51er gemeldet, damit wäre ich 9. gewesen.
Egal, gewinnen kann ich da sowieso nicht, weil ich in der Carrera Cup Klasse einsortiert bin.


Man sieht, daß das Rennen fahren hier großen Spass macht. Es gibt keine übertriebene Härte, jeder versucht sein Fahrzeug ganz zu halten.


Und noch ein paar Bilder:


Immer dieser Streß !



Dies war nach dem Start des 2. Rennens. Ich konnte am Start ganz rechts, voll durchbeschleunigen und habe locker 10 Plätze gutgemacht. Danach hingen mir der RX7 und der Cup-Lupo wie Hummeln am Arsch, weil meine Reifen noch überhaupt keinen Grip hatten. Hasseröder, Tripel, Turn 4, Schikane, mann hab ich mich nach der Gegengeraden gesehnt.


Beste Rundenzeit war 1:50, Rennfahren macht Spass. Die 1:50 fällt beim nächsten Mal, rein aus Prestigegründen. Dies bringt uns zum Ende und zur Ausgangsfrage:

Rundkurs oder Nordschleife ?

BEIDES !

Der hoRSt hat sich wacker geschlagen. Die voll zugedrehte Dämpfung hat auf dem Rundkurs besser funktioniert, ich werd höchstens noch mal mit 225er Cups vorne experimentieren, ansonsten bleibt die Abstimmung wie sie ist. 
Ich freu mich schon auf die Nordschleife ! 
Kommentare sehr willkommen. 

6 Kommentare:

  1. Moin Arne,

    schoener Bericht und noch schoenere Videos / Bilder!

    Gruesse,

    Peter

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  2. Moin Arne,

    schoene Bilder und tolle Videos! Viel Spass weiterhin bei der "Rennerei" auf 2 und / oder 4 Raedern.

    Gruesse, Peter

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    1. Ach Peter,
      wenn es nur nich so viel Zeit und so viel Geld beanspruchen würde. Wenn die verdammte Nordschleife nicht so weit weg wäre. Wenn nur die Arbeit nicht wäre, wenn nur die Familie nicht wäre...........
      nein ! ganz so weit geht es nicht. Die Familie und die Arbeit stehen aus gutem Grund darüber. Bei meinem Talent würde mich sowieso keiner dafür bezahlen. :-)

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  3. gabriele Spangenberg18. Mai 2012 um 10:26

    Der gute Horst wid zum Nordschleifenprofi!!
    Die Videos sind absulut super! Freue mich schon auf Deinen neuen Post über Deine Heldenfahrt bei der Scuderia!!!!!

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  4. gabriele Spangenberg18. Mai 2012 um 10:30

    Äh: Schnitzel und Bier... if you ask Frau Spangenberg....

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  5. WAAAAS ? Bier und Schnitzel ???
    ach ja... Du kennst Oschersleben nicht. Bier (Hasseröder) und Schnitzel sind eine Bank, da kann man nichts verkehrt machen und die Küche im Hotel ist wirklich gut !
    AAAABER: Der Weißburgunder ist eine Offenbarung und der Salatteller Racing ist sooo lecker und reichhaltig... ich orakel mal, wenn Du es je probiert hättest wäre Deine Antwort:
    "Ich kann mich nicht entscheiden". Sollte es Dich also mal nach Oschersleben verschlagen, so mußt Du einfach das unbekannte ausprobieren.

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