Vielleicht liegt es an der Herausforderung, ein Resultat, ein Ergebnis zu erreichen, was den Scuderia Hanseat Lehrgang zusammen mit der Nordschleife zu etwas so besonderem macht.
wenn sich morgens die Sonne hinter dem Dorinth erhebt und kurze Zeit später die GP-Strecke mit all den schönen Fahrzeugen erhellt...
Prosamodus wieder aus ! Ich hab geschummelt. Das Bild ist vom 2. Lehrgangstag. Am Sonntag gab es nur freies Fahren auf der Regenlinie und der Montag morgen sah so aus :
und was ist ne Regenlinie ? Na ganz einfach, die Linie auf der man im Regen fährt. Da Gummiabrieb bekannterweise im trockenen gripfördernd und im nassen das Gegenteil ist, ist die Regenlinie halt woanders als die Ideallinie. Ist aber gar nicht so wild. Stellt Euch eine trockene Ideallinie vor, mit Einlenkpunkt, Scheitelpunkt und Auslenkpunkt. Auf dieser Linie herrscht im nassen kein Grip. Man fährt also einen halben bis 1 Meter weiter innen an, lenkt aber noch etwas später als sonst ein und kreuzt die Ideallinie kurz. Dann fährt man alles etwa einen halben bis einen Meter weiter außen und damit auch etwas runder und lässt den Scheitelpunkt ebenfalls neben sich. Durch das rundere fahren kreuze ich die Ideallinie kurz vor dem eigentlichen Auslenkpunkt und bleibe wiederum einen halben Meter vom Randstein entfernt. Klingt kompliziert ? Ist es aber eigentlich gar nicht. (OK, liebe Rennfahrer und Regenspezialisten, ich weiß, dies ist nur eine sehr vereinfachte und bestimmt unvollständige Beschreibung, aber ich glaube für den Einstieg akzeptabel, oder ?). Mein persönliches Empfinden ist, daß man die richtigen Reifen vorausgesetzt erstaunlichen Grip vorfindet, und im Gegansatz dazu auf der Ideallinie erstaunlich wenig Grip herrscht.
Hier ein Video zur Veranschaulichung.
Leider liegt der Filmbereich außerhalb des Wischbereiches und man kann nur sehr wenig sehen, dennoch zeigt der Film recht anschaulich, wie man die Nordschleife im Regen fahren kann.
Ich bin abgeschweift, sorry.
Scuderia Hanseat ! Letztes Jahr fiel der Frühjahrslehrgang ins Wasser, weil sich Scuderia und Nürburgring Automotive nicht einigen konnten. Was man von der NAG halten soll, überlasse ich mal der eigenen Fantasie, andere Veranstalter haben trotz der NAG-Pappnasen Lösungen für Ihre Kunden schaffen können. Aber nun das positive: Man hat die Zeit für einen Neustart genutzt und das alte Konzept gründlich überprüft. Viel gutes ist geblieben, insbesondere die persönliche Betreuung durch die Coaches und das Socializing untereinander. Was neu ist: 1. Erheblich mehr freies Fahren ! 2. Die alte Scuderia-Hanseat Linie wurde endlich entrümpelt. Diese Linie war vor 50 Jahren toll und damals sicher die richtige. Heute gibt es bessere Linien, sowohl für Rennfahrer, als auch für normale Sportfahrer.
Was macht es nun aus, daß dieser Lehrgang so viel Freude macht ?
Erstklassige Instruktoren:
wunderschöne Fahrzeuge:
sogar in der WRC-Version:
Dazu noch echte Freaks, vor allem in Gruppe 2 ;-)
Und dann noch der sportliche Anspruch. Ich persönlich genieße die Nordschleife mit jedem Atemzug den ich dort bin, aber es geht um Ehrgeiz. Es geht um Perfektion (der man sich allenfalls annähern kann). Es geht um die persönliche Weiterentwicklung.
Ich habe die letzten 4 Jahre mit demselben Fahrzeug eine gemeinsame Entwicklung durchgemacht. Ich war 2008 erstaunt, wie deutlich und wie kritisch ein Instruktor meinen Fahrstil im Sektionstraining bewertet. Dies hat mir die Augen geöffnet, wie viel besser man noch werden kann, obwohl sich ja in unserem Lande jeder für einen ausgezeichneten Autofahrer hält. Ich habe dieses Jahr von den Instruktoren erstaunlich gute Kommentare erhalten. Mein eigenes Gefühl, mit den hoRSt zusammengewachsen zu sein wurde bestätigt. "Das ist bestimmt schwierig, dieses Fahrzeug zu beherrschen" sagte mir ein Instruktor. "Nein" muß ich antworten, wir beide sind mittlerweile zusammengewachsen. Ich spüre z.B. wie positiv sich die Gewichtskur von ca. 100kg auf die Straßenreifen ausgewirkt hat. So sehr, daß ich die Cupreifen trotz Trockenheit gar nicht vermisst habe.
Lehrgangsfazit: Anscheinend berechtigtes Lob ! Für meinen Persönlichkeitsstil genau das richtige, wie Sancerre, Tegernseer Hell , eine leidenschaftliche Umarmung meiner Kinder, oder das Einschlafen nach dem Sex mit meiner wundervollen Frau.
Jetzt heisst es Konzentration, weil das wichtigste kommt noch. Die Prüfung. Es ist der Wahnsinn, wie nervös plötzlich alle werden vor Ehrgeiz. Und das meine ich im positiven Sinne.
man hockt zusammen und palavert unglaublich wichtiges Zeug. Ob das Wetter hält ? Ob ich die Reifen auf der GP-Strecke ausreichend auf Temperatur bekomme ? usw usw.
Beim Sektionstraining und beim freien Fahren habe ich auch immer wieder mal bei einem Durchgang verkackt. Wird es mir gelingen, eine Runde lang konzentriert die Linie gut zu treffen ? Am besten man sieht zu, daß man in der Nähe seines maximalen Speeds fährt, es wird ebenfalls bewertet, ob man sein Fahrzeug an der Grenze beherrscht.
Dann also los:
Gut gegangen ! Gutes Gefühl, ein paar Ecken halb verrissen z.B.Eschbach, eigentlich meine Lieblingkurve (stimmts Kurt ?), sonst aber gut die Scheitelpunkte getroffen, Augangs die ganze Strecke ausgenutzt (nicht ganz geglückt in der Kallenhard). Aber durchaus gelungen würde ich sagen...
nun ja... würde ich sagen. Und was sagen die Instruktoren ? Egal, jetzt erstmal schnell zum Pflanzgarten fahren und die Winners Group ansehen. Die armen Säue starten bei strömendem Regen, dem wir gerade noch entgangen sind.
Los Gaby, mach sie fertig !
Es ist schwer zu beschreiben, wie es danach so abgeht. Treffen am Pflanzgarten, nervöses Gequatsche, cool wie der orange M3 der Winners Group durch den Pflanzgarten driftet !!!
Dann zur Pistenklause und bei Kaffee und Kuchen das erste Feedback von unseren Coaches bekommen. Manfred meint, in seiner Sektion waren wir die beste Gruppe. Ich fange an das zu glauben. Siggi, Christian, Joachim, Kurt, (Barna sowieso, aber der mußte mit techn. Defekt abbrechen), alles echt guuute Fahrer. Die Winners Group Fahrer sind sauer wegen des Wetters, wär ich auch glaube ich.
Insgesamt aber gelöste Stimmung, immer noch Anspannung, denn die Siegerehrung gibts erst zum Abschlußdinner.
Heimlich male ich mir einen Gruppensieg aus, lief doch alles gut, fühlte sich gut an. Dann die Ergebnisse der Gruppe 2: 3. Platz bei den Routiniers bin ich geworden und bin minimal enttäuscht. Vor mir sind Siggi und Michael (den ich den ganzen Lehrgang über nur dezent wahrgenommen habe... tja, ist halt kein Großmaul). Alles ist zufrieden, dann kommt die Gesamtwertung. Bei den Sportfahrern waren wir auch schon gut mit dabei, jetzt plötzlich ist Christian (in unserer Gruppe nicht unter den ersten drei) auf dem 5. Platz ! Heißt das etwa... heißt das etwa... dass die ersten drei der Gruppe 2 unter den ersten 4 sind ???
YES !
Ich bin 4. ! Jetzt werden auch die Punkte vergeben. 188 !!! Fehlen nur 2 Punkte zur Winnersgroup.
Das war mehr als ich erwartet habe !
Und Gaby ? Die hat ihren eigenen Blog, in dem Sie uns erzählen wird, wie sie uns alle naßgemacht hat.
Ich schließe mit dem allseits beliebten Witz:
Was hat zwei Daumen, ein Auge und f.... wie ein Weltmeister ?



Super Arne, vor allem mit dem Auto! Zähl doch mal nach wieviele Leute dieses Mal überhaupt in die Winners Group gekommen wären. nicht viele. DAs nächste Mal bist Du dabei.
AntwortenLöschenFreu mich schon auf eine Runde mit Dir und hoRSt!
Es waren lediglich 7 oder 8 Leute besser bewertet. Mich beschleicht das Gefühl, dass die Instruktoren hoRSt-geblendet waren. Die Winners Group wird nächstes Mal etwas übersichtlicher.
AntwortenLöschenHallo Arne,
AntwortenLöschenhabe Deinen letzten Eintrag leider erst mit etwas Verspaetung gelesen. Allerdings tut das dem Lesevergnuegen keinen Abbruch.
Man(n) hat fast das Gefuehl, live dabei zu sein.
Guzzi und Duc laufen mehr oder weniger. Zur Zeit macht die Guzzi ein bisschen Kummer mit nem lecken Oelkuehler aber ansonsten meistens viel Spass. Bin im Februar wieder in D. Vielleicht klappt es ja mit einem Wiedersehen.
Gruesse,
Peter
Schöner Block Arne! Ich hoffe ich sehe deinen Porsche oder deine Duc bald mal (wieder) live.
AntwortenLöschenGruß Niko